Gewinn- & Verlust­Rechnung im Handels­recht

Aktuell sinken die Zinsen für die handels­recht­liche Bewer­tung von Versorgungs­verpflich­tungen deut­lich. Grund hierfür ist das lang an­hal­tende Niedrig­zins­niveau, dass nun auch den 7-jährigen Durch­schnitts­zins deut­lich nach unten zieht. Die Bundes­bank ver­öffent­licht jeden Monat die rele­vanten Zinssätze.

Die Folge sind jährliche Sonder­zu­füh­run­gen zur Rück­stellung, ver­ur­sacht durch das Ab­sinken des maß­geb­lichen Zins­satzes. Hier stellt sich nun die Frage, wie diese Zu­füh­rung in der Gewinn- und Verlust­rechnung des Unter­neh­mens zu ver­buchen ist. Laut IDW RS HFA 30 gibt es dazu folgende Möglich­keiten:

Operatives ErgebnisFinanzergebnis
  • Dienstzeit­aufwand
  • Änderungen der Bewertungs­parameter (außer Zins­ände­rungen)
  • Bestands­veränderungen
  • Rückstellungs­verände­rungen durch Um­strukturie­rung oder Änderung von Versorgungs­zusagen
  • Auf-/Abzinsung der Rück­stel­lun­gen
Zuordnungswahlrecht
Änderungen des Zins­satzes, Zeitwert­ände­rungen des Deckungs­vermögens und laufende Erträge des Deckungs­vermögens (alle drei Effekte gemein­sam)

 

Konkret bedeutet dies, dass der Effekt aus der Ände­rung des Rechnungs­zinses im Finanz­ergebnis ge­bucht werden kann, und damit aus dem opera­tiven Ergebnis fällt. Dies kann Aus­wirkun­gen auf verschiedene Unternehmens­kenn­zahlen haben.